Dr. med. Alfred Tomatis 

Der 1920 in Nizza geborene Dr. med. Alfred Tomatis ist Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Seit Mitte der vierziger Jahre war er parallel zu seiner ärztlichen Praxis mit Forschungsarbeiten über Hörschäden bei Piloten und Fluglotsen beschäftigt.

 

Dies führte ihn zur Entdeckung dass abgesehen von pathologischen Ursachen, die eigene Hörbereitschaft auch unbewusst das auditive Wahrnehmungsvermögen verändern kann. In seinen weiteren Forschungen interessierte sich Prof. Tomatis vor allem für die Zusammenhänge zwischen Hören und Sprechen sowie besonders für den Einfluss des psychischen Empfindens auf das Gehör.  

 

Das bewusste «Hin-Horchen» wird verbessert und dadurch die Fähigkeit zur Kommunikation gefördert

Dr.Tomatis entwickelte ein Gerät (elektronisches Ohr) zur Förderung der Horchbereitschaft und Stimulation der neuronalen Zusammenarbeit im Gehirn. Über Kopfhörer mit speziellen Klangvibratoren wird die Musik (Mozart, Gregorianik, manchmal auch die Stimme der eigenen Mutter) über längere Zeit angeboten. Dadurch wird die Grosshirnrinde mit Energie für Konzentration und Kreativität versorgt, sowie die Mittelohrmuskulatur trainiert.

Seine  Entdeckungen  wurden  am  Physiologie-Labor  der  Sorbonne  bestätigt  und  in den Jahren 1957 und 1960 der Akademie der Wissenschaften und der Akademie für  Medizin in Paris vorgestellt. 

Die TOMATIS-Methode beruht auf mehreren Theorien darüber, wie ein Mensch sich entwickelt, wie er Informationen verarbeitet, wie er mit sich selbst und mit anderen kommuniziert und schließlich, wie er lernt. Das für diesen Zweck entwickelte Elektronische Ohr wurde bei der Weltausstellung von Brüssel im Jahr 1958 offiziell präsentiert und brachte seinem Erfinder die Goldmedaille für wissenschaftliche Forschungen und im Jahr 1962 die "Grande Medaille de Vermeil" der Stadt Paris ein. 

 

Tomatis lehrte lange Jahre an der Schule für Anthropologie und an der Schule für angewandte Psychologie in Paris sowie an mehreren Universitäten im englischen Sprachraum. Unzählige Bücher, Artikel und Interviews wurden in viele Sprachen übersetzt. Er starb am 25. Dezember 2001 in Südfrankreich in Carcassonne

Mittlererweile gibt es mehr als 1500 Therapeuten und lizenzierte Ausbilder der Tomatis Développement S.A. in über 50 Länder