Funktionen des Gehörs

Funktion des Hörens

Wenn das Hören gestört ist, entstehen nicht nur Schwierigkeiten mit der Diskrimination, d. h. der Signalunterscheidung, der Spatialisation, also des räumlichen Hörens, und der Lateralisation, d. h. der seitlichen Ausrichtung des Hörens. Dies führt auch zum Verlust der Fähigkeit eine akustische Nachricht aus dem Umgebungslärm herauszufiltern. In dieser Situation sieht sich der Betreffende einer Fülle von Informationen ausgesetzt, die er mehr oder weniger verzerrt wahrnimmt. Nachrichten werden dann nur noch unter größten Anstrengungen verstanden. Das führt zu Verständnisfehlern, wachsender Müdigkeit, Reizbarkeit und letztendlich zum Rückzug. Die Umwelt wird dann insgesamt als problematisch wahrgenommen. Es ist offensichtlich, dass unter solchen Bedingungen Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit nachlassen. 

Funktion des Gleichgewichts

Funktion der Dynamisierung

Sie ist abhängig vom Gleichgewichtsorgan (Vestibulum) im Innenohr, das selbst kleinste Bewegungen des Körpers registriert und ans Gehirn weiterleitet. Das Ohr spielt deshalb bei der Regulation der Körperhaltung und der Orientierung im Raum eine Rolle. Durch ihre Wirkung auf das Vestibulum hilft die TOMATIS-Methode dem Körper, durch Neupositionierung des Knochengerüsts wieder eine aufrechte Haltung zu erlangen. Durch die fortgesetzte akustische Stimulierung des Hörtrainings lassen sich die Informationen, die über das rechte Innenohr ans Gehirn weitergeleitet werden, mit denen des linken Innenohrs harmonisieren. Das hat zur Folge, dass motorische Reaktionen viel weniger chaotisch, sondern flüssiger und ausgeglichener ablaufen. Der Nutzen der Methode bei motorischen Störungen liegt damit auf der Hand. Außerdem spielt das Gleichgewichtsorgan aufgrund seiner engen Verbindungen zum Gehirn eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung musikalischer und sprachlicher Rhythmen.

Das menschliche Ohr hat die Funktion einer “kortikalen Energieversorgung”. Deshalb muss es stimuliert werden, um Gehirn und Körper mit Energie zu versorgen. Schall ist für unsere persönliche Entwicklung unerlässlich. Je reicher er an hochfrequenten Schwingungen ist, desto effizienter ist seine Wirkung. Klänge, die reich an hohen Tönen sind, stimulieren nämlich ein riesiges neuronales Netz, das so genannte “retikuläre Muster”, das das Gesamtniveau der Gehirnaktivität kontrolliert. Daher verwenden wir überwiegend Mozarts Violinkonzerte, deren wohltuende Wirkung wohlbekannt ist. Daneben werden auch Gregorianische Gesänge verwendet, weil ihr ganz besonderer Rhythmus eine beruhigende Wirkung auslöst.