ASS - Autismus Spektrum Störung

Um die ganze Bandbreite der Betroffenen abzudecken, spricht man heute von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), es bezeichnet einen Erklärungsansatz, der davon ausgeht, dass es einen fließenden Übergang von Nicht-Autismus zu Autismus gibt. Demnach wäre Autismus als eine Eigenschaft anzusehen, die jeder Mensch in mehr oder weniger starkem Maße aufweist. Der Begriff «Autismus» kommt aus dem Griechischen und bedeutet «auf sich bezogen sein».

 

Das "Autismus-Spektrum"  umfasst insbesondere den frühkindlichen Autismus, den atypischen Autismus und das Asperger-Syndrom. 

Die erste detaillierte Beschreibung eines Kindes, dass wir heute als autistisch bezeichnen würde, wurde 1799 von Jean Itard geschrieben -

„Der wilde Junge von Aveyron“.

Zu den übergeordneten Symptomen des Autismus gehören:

 

  • Störungen der zwischenmenschlichen Beziehungen

  • Gestörte Kommunikation und Sprache

  • Begrenzte Interessen und stereotype Verhaltensweisen
     

Die Symptomatik der Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen ist gekennzeichnet durch das Fehlen, eines  sozialen Gebrauchs sprachlicher Fertigkeiten, Mangel an emotionaler Resonanz auf verbale und nonverbale Annäherungen durch andere Menschen. Eine verzögerte Sprachentwicklung sowie eine Neigung zu Wortneubildungen und echoartiges Nachsprechen von Worten oder Lauten. Die Kinder kommen nicht oder sehr verspätet ins Fragealter und stellen dann stereotyp die gleichen Fragen, deren Antwort sie bereits kennen. Sie verwenden die Sprache nicht kommunikativ, sondern in mechanischer Weise.

 

Eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster und Interessen wie z.b. Starre und Routine hinsichtlich alltäglicher Beschäftigungen, Widerstand gegen Veränderungen. Die Kinder können in Angst- und Panikzustände geraten, wenn sich in der unmittelbaren Umgebung etwas ändert (sogenannte Veränderungsangst).

Sie haben Schwierigkeiten, sich auf Neues einzustellen und den Wunsch, Alltagsabläufe immer gleich zu gestalten. Oft orientieren sie sich an Details und haben Mühe, eine Situation ganzheitlich zu erfassen. Sie suchen seltener den Blickkontakt und können die Stimmung ihres Gegenübers aus dessen Gesicht schlecht erkennen. In vielen Fällen sind die Betroffenen in ihrer Motorik eher ungeschickt. Über- oder Unterempfindlichkeiten auf Licht, Gerüche, Geräusche oder Berührungen sind häufig. 

Wichtig ist, dass nicht jeder Autist alle diese Besonderheiten in der Wahrnehmung hat und diese auch nicht gleich stark ausgeprägt sind. Manche haben vielleicht nur mit Geräuschen Probleme, andere wiederum mit Gerüchen, wiederum andere mit mehreren Wahrnehmungsarten zugleich.

 

Jeder Autist ist anders, so wie auch alle anderen Menschen verschieden sind. 


Die Ursachen von Autismus-Spektrum-Störungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Genetische Einflüsse und biologische Abläufe vor, während und nach der Geburt können die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und die Autismus-Spektrum-Störung auslösen. Sie entsteht nicht durch Erziehungsfehler oder familiäre Konflikte. 

Eine Therapie kann in unterschiedlichen Lebensbereichen erfolgen, je nach Persönlichkeit des Betroffenen.

Wichtig für Angehörige ist, dabei behutsam vorzugehen. Wahrnehmungstrainings, Sensorische Integration, und ein ständiges Wiederholen von sozialen und kognitiven Lernprozessen können einzelnen Symptomen erfolgreich (altersunabhängig, jedoch möglichst frühzeitig) entgegen gewirkt werden. Und es können - bei adäquater Unterstützung - sehr deutliche Fortschritte erzielt werden. 

Die TOMATIS Methode hat ihre Wirksamkeit auch bei Menschen mit Autismus und verwandten Erkrankungen (z.B. Asperger Syndrom) gezeigt.