MUSIKALITÄT

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“
Friedrich Nietzsche

Ein gutes musisches Gehör bedeutet für Tomatis ein Ohr, das den von ihm sehr genau definierten funktionellen Kriterien möglichst gut entspricht. Ein musisches Gehör muss folgende Charakteristika aufweisen:

  • Der Schwerpunkt der Analysefähigkeit muss in den höheren Frequenzen zwischen 2.000 und 5.000 Hz liegen, während die Frequenzen unter 2.000 Hz und über 5.000 Hz abgeschwächt wahrgenommen werden. Diese Dämpfung muss sowohl in der Luftleitung als auch in der Knochenleitung erfolgen.

  • Die auditive Selektivität muss eine maximale Öffnung aufweisen. Selektivität ist die Fähigkeit, die Tonhöhe verschiedener Töne zu unterscheiden, aber auch die Richtung der Tonhöhenveränderung.

  • Töne müssen räumlich sehr genau geortet werden können, sowohl in der Luft- als auch in der Knochenleitung.

  • Das rechte Ohr muss das führende Ohr sein, das heißt, es muss bei der Verarbeitung der Schallinformation gegenüber dem linken Ohr einen geringen zeitlichen Vorsprung aufweisen.

Tomatis bewies seit Beginn seiner Arbeit mit Sängern und Musikern die Existenz eines führenden rechten Ohrs bei der Analyse und Kontrolle des Klangs (einschließlich der eigenen Stimme). Dieses Übergewicht des rechten Ohrs wurde seither oftmals bestätigt. 

Abhängig von den im Hörtest festgestellten beeinträchtigten Frequenzzonen und in Relation zu den zuvor genannten Kriterien eines musischen Gehörs kann ein Tomatis-Hörtraining in folgenden Bereichen wirken:

  • Vergrößerung der musikalischen Sensibilität und des Verlangens, Musik zu hören oder ein Instrument zu spielen

  • Steigerung der Genauigkeit und Präzision der Tonanalyse und der instrumentalen Fähigkeiten

  • Größere Wertschätzung für die Schönheit der Musik und für die Interpretationsqualität